PMS erklärt

Was ein Property Management System (PMS) leistet, warum Hotels es brauchen und worauf es wirklich ankommt.

Hotelsoftware · Glossar · 7 min Lesezeit 

Der Hotelalltag besteht aus tausenden kleinen Abläufen. Eine Reservierung kommt über Booking.com herein. Ein Gast ruft an und möchte verlängern. Das Housekeeping meldet ein Zimmer als sauber. Die Rechnung muss erstellt werden. Der Nachtdienst checkt einen späten Gast ein.

Alles passiert gleichzeitig.

Ohne ein zentrales System wird daraus schnell Chaos. Doppelbuchungen entstehen. Zimmer werden falsch zugewiesen. Preise stimmen nicht. Mitarbeiter arbeiten mit Excel-Listen oder Notizzetteln. Und spätestens wenn jemand krank wird oder Urlaub hat, merkt man, wie viel Wissen nur in einzelnen Köpfen steckt.

Genau hier kommt das Property Management System – kurz PMS – ins Spiel.

Es ist das Herzstück der meisten Hotels. Hier laufen Reservierungen, Gästeinformationen, Zimmerstatus und viele weitere Prozesse zusammen. Moderne PMS-Systeme verbinden sich zusätzlich mit Channel Managern, Revenue-Management-Systemen, Kassensystemen oder der Buchhaltung und bilden damit die technische Grundlage des Hotelbetriebs.

Doch ein PMS ist nicht automatisch gut, nur weil es viele Funktionen besitzt. Entscheidend ist, ob es zum Hotel passt und die tägliche Arbeit einfacher macht.

In diesem Artikel erklären wir, was ein PMS ist, welche Aufgaben es übernimmt und worauf Hotels bei der Auswahl achten sollten.

Was ist ein PMS?

Ein Property Management System (PMS) ist die zentrale Verwaltungssoftware eines Hotels. Hier werden nahezu alle operativen Abläufe zusammengeführt:

  • Reservierungen
  • Zimmerverwaltung
  • Check-in und Check-out
  • Gästedaten
  • Rechnungen
  • Housekeeping
  • Auswertungen

Man kann sich ein PMS wie die Leitstelle eines Hotels vorstellen.

Viele andere Systeme liefern Informationen oder greifen auf Daten zu. Das PMS sorgt dafür, dass alle dieselbe Datenbasis nutzen.

Ohne diese zentrale Plattform müssten Mitarbeiter viele Informationen mehrfach pflegen – mit entsprechend hohem Fehlerpotenzial.

Warum heißt es Property Management System?
Der Begriff stammt ursprünglich aus der internationalen Hotellerie. „Property“ bezeichnet dabei die Unterkunft beziehungsweise den Hotelbetrieb.

Ein PMS verwaltet also nicht Immobilien im klassischen Sinn, sondern den gesamten operativen Betrieb eines Hotels.

Welche Aufgaben übernimmt ein PMS?

Je nach Anbieter unterscheiden sich die Funktionen etwas. Die wichtigsten Aufgaben sind jedoch nahezu überall gleich.

Reservierungen verwalten
Alle Buchungen laufen im PMS zusammen. Egal woher sie stammen:

  • eigene Website
  • Booking.com
  • Expedia
  • Reiseveranstalter
  • telefonisch
  • E-Mail

Das System verwaltet Verfügbarkeiten und verhindert Doppelbuchungen.

Check-in und Check-out organisieren
Beim Check-in werden Gäste erfasst, Zimmer zugeteilt und Aufenthalte gestartet. Beim Check-out erstellt das PMS Rechnungen und schließt den Aufenthalt ab. 

Viele Systeme unterstützen mittlerweile auch digitale oder kontaktlose Prozesse.

Zimmerstatus verwalten
Housekeeping und Rezeption arbeiten mit denselben Informationen. Das PMS zeigt beispielsweise:

  • frei
  • belegt
  • gereinigt
  • verschmutzt
  • gesperrt
  • außer Betrieb

So weiß jeder Mitarbeiter jederzeit, welche Zimmer verfügbar sind.

Gästedaten speichern
Ein PMS speichert alle wichtigen Informationen zum Aufenthalt. Zum Beispiel:

  • Kontaktdaten
  • frühere Aufenthalte
  • Rechnungsadressen
  • Wünsche
  • Präferenzen

Natürlich immer unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzvorgaben.

Rechnungen erstellen
Rechnungen werden direkt aus dem PMS erzeugt. Viele Systeme können zusätzlich

  • Zahlungen verwalten,
  • Firmenrechnungen erstellen,
  • Gutscheine verrechnen
  • oder Buchhaltungsprogramme anbinden.

Berichte und Kennzahlen liefern
Ein gutes PMS liefert wichtige Kennzahlen für den Hotelbetrieb. Zum Beispiel:

  • Belegung
  • Anreisen
  • Abreisen
  • Umsatz
  • Durchschnittspreise
  • Aufenthaltsdauer

Für strategische Revenue-Management-Entscheidungen reichen diese Daten allein allerdings meist nicht aus.

Wie arbeitet ein PMS mit anderer Hotelsoftware zusammen?

Ein PMS arbeitet heute selten allein.

Moderne Hotels bestehen aus mehreren spezialisierten Systemen. Das PMS bildet dabei den zentralen Knotenpunkt. Typische Verbindungen sind:

 

System Aufgabe
Channel Managerverteilt Preise und Verfügbarkeiten an OTAs
Booking Engineverarbeitet Direktbuchungen auf der Website
RMSberechnet optimale Preise
CRSverwaltet zentrale Reservierungen
POS-SystemRestaurant- und Barumsätze
Schließsystemdigitale Zimmerkarten
BuchhaltungFinanzdaten und Rechnungen

Erst das Zusammenspiel dieser Systeme ermöglicht effiziente Prozesse. Deshalb werden Schnittstellen immer wichtiger. Wenn Daten automatisch übertragen werden, entfällt doppelte Arbeit. Und Fehler werden deutlich seltener.

Cloud-PMS oder lokale Installation?

Noch vor einigen Jahren wurden viele PMS-Systeme auf eigenen Servern im Hotel installiert. Heute setzen immer mehr Hotels auf Cloud-Lösungen.

Cloud-PMS

Vorteile:

  • von überall erreichbar
  • automatische Updates
  • geringerer Wartungsaufwand
  • einfacher skalierbar
  • meist moderne Schnittstellen

Nachteile:

  • stabile Internetverbindung erforderlich
  • laufende Lizenzkosten

Lokale Installation

Vorteile:

  • vollständige Kontrolle über die eigene Infrastruktur
  • unabhängig vom Internet nutzbar

Nachteile:

  • hohe Wartungskosten
  • Updates müssen häufig selbst durchgeführt werden
  • eingeschränkte Integrationen

Für viele Hotels sind Cloud-PMS inzwischen der Standard. Nicht, weil sie moderner wirken. Sondern weil sie den täglichen Betrieb oft einfacher machen.

Worauf Hotels bei der Auswahl achten sollten

Viele Hotels vergleichen zuerst Funktionen. Das ist verständlich.

Noch wichtiger ist jedoch die Frage:

Passt das System zu den eigenen Prozessen?

Ein kleines Privathotel benötigt andere Funktionen als eine Hotelgruppe mit mehreren Standorten.

Folgende Punkte sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden:

Einfache Bedienung
Software wird täglich genutzt. Wenn Mitarbeiter lange suchen müssen oder ständig Schulungen benötigen, kostet das Zeit.

Gute Schnittstellen
Ein PMS sollte problemlos mit anderen Systemen kommunizieren können. Dazu gehören beispielsweise:

  • Channel Manager
  • RMS
  • CRS
  • Buchhaltung
  • Kassensystem
  • CRM

Zukunftssicherheit
Die Anforderungen verändern sich. Neue Vertriebskanäle entstehen. Weitere Systeme kommen hinzu. Ein modernes PMS sollte diese Entwicklungen unterstützen.

Support
Auch das beste System wirft irgendwann Fragen auf. Dann entscheidet guter Support oft darüber, ob ein Problem in fünf Minuten oder erst am nächsten Tag gelöst wird.

Kosten richtig vergleichen
Nicht nur der Anschaffungspreis zählt. Wichtig sind auch:

  • laufende Lizenzkosten
  • Schnittstellengebühren
  • Schulungen
  • Datenmigration
  • Supportkosten

Das günstigste System ist langfristig nicht immer die wirtschaftlichste Lösung.

Fazit

Das PMS ist das digitale Herz eines Hotels. 

Ein Property Management System organisiert den operativen Hotelbetrieb. Es verwaltet Reservierungen, Zimmer, Gäste und viele tägliche Abläufe.

Moderne PMS-Systeme bilden außerdem die Grundlage für die Zusammenarbeit mit Revenue Management, Distribution und vielen weiteren Hotelanwendungen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: 
Welches PMS hat die meisten Funktionen?

Sondern: 
Welches PMS unterstützt die Prozesse Ihres Hotels am besten?

Denn gute Software macht Arbeit nicht komplizierter. Sie macht sie einfacher.

FAQ

Was bedeutet PMS im Hotel?

PMS steht für Property Management System. Es ist die zentrale Software, mit der Hotels Reservierungen, Gäste, Zimmer, Rechnungen und viele operative Prozesse verwalten.

Welche Aufgaben übernimmt ein PMS?

Ein PMS organisiert unter anderem Buchungen, Check-in und Check-out, Zimmerstatus, Housekeeping, Rechnungen sowie wichtige Auswertungen für den Hotelbetrieb.

Ist ein PMS dasselbe wie ein Channel Manager?

Nein. Das PMS verwaltet den Hotelbetrieb. Ein Channel Manager verteilt Preise und Verfügbarkeiten an verschiedene Buchungsplattformen und tauscht Daten mit dem PMS aus.

Braucht jedes Hotel ein PMS?

Für die meisten Hotels ist ein PMS heute unverzichtbar. Es reduziert manuellen Aufwand, verhindert Fehler und bildet die Grundlage für effiziente Abläufe.

Sollte ein Hotel ein Cloud-PMS wählen?

Für viele Hotels bietet ein Cloud-PMS Vorteile wie automatische Updates, flexible Nutzung und einfache Anbindung weiterer Systeme. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt jedoch von den individuellen Anforderungen ab.