Die wichtigsten Hotel-Kennzahlen einfach erklärt – und warum Zahlen erst im richtigen Zusammenhang aussagekräftig werden.
Strategie & Analyse · Analyse · 8 min Lesezeit Gute Entscheidungen beginnen selten mit einem Bauchgefühl. Fast jedes Hotel sammelt heute Daten.
Auslastung.
ADR.
RevPAR.
Umsatz.
Stornierungen.
Direktbuchungsanteil.
Und trotzdem fällt es oft schwer, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denn eine einzelne Kennzahl erzählt selten die ganze Geschichte.
Eine Auslastung von 95 Prozent klingt zunächst hervorragend. Doch was passiert, wenn die Zimmer dafür deutlich günstiger verkauft wurden?
Oder andersherum: Der RevPAR steigt. Aber gleichzeitig sinkt die Profitabilität. Welche Entwicklung ist nun die richtige?
Genau deshalb arbeiten Hotels mit KPIs – den sogenannten Key Performance Indicators. Sie helfen dabei, Entwicklungen sichtbar zu machen und Entscheidungen auf eine nachvollziehbare Grundlage zu stellen.
Das bedeutet allerdings nicht, möglichst viele Kennzahlen gleichzeitig beobachten zu müssen. Im Gegenteil. Wer täglich zwanzig Dashboards öffnet, gewinnt oft weniger Klarheit als jemand, der fünf wirklich relevante KPIs regelmäßig betrachtet.
Ein bisschen wie beim Armaturenbrett im Auto. Natürlich könnte dort theoretisch jede Schraube ihren eigenen Sensor bekommen. Die meisten Menschen möchten aber vor allem wissen: Wie schnell fahre ich? Reicht der Tank noch? Und leuchtet irgendwo eine Lampe, die besser nicht leuchten sollte?
Bei Hotel-KPIs ist es ähnlich. Nicht jede Zahl ist wichtig. Entscheidend ist, welche Zahlen bei den richtigen Entscheidungen helfen.
KPI steht für Key Performance Indicator, also eine zentrale Leistungskennzahl.
KPIs helfen Hotels dabei, Entwicklungen messbar zu machen. Sie zeigen nicht nur Ergebnisse. Sie unterstützen auch dabei, Ursachen zu erkennen und Entscheidungen zu überprüfen.
Eine einzelne Kennzahl reicht dabei selten aus. Erst mehrere KPIs gemeinsam ergeben ein realistisches Bild.
Hotels treffen täglich operative und strategische Entscheidungen.
Zum Beispiel:
KPIs schaffen dafür eine objektive Grundlage. Sie helfen dabei,
Gerade im Revenue Management gehören KPIs deshalb zum täglichen Handwerkszeug.
Occupancy (Auslastung)
Die Occupancy beschreibt, wie viele Zimmer in einem bestimmten Zeitraum verkauft wurden.
Eine hohe Auslastung ist positiv. Sie sagt jedoch nichts darüber aus, zu welchem Preis die Zimmer verkauft wurden.
ADR (Average Daily Rate)
Der ADR gibt den durchschnittlichen Zimmerpreis der verkauften Zimmer an.
Er zeigt, welches Preisniveau ein Hotel erzielt. Allein betrachtet liefert aber auch diese Kennzahl kein vollständiges Bild.
RevPAR (Revenue per Available Room)
Der RevPAR kombiniert Auslastung und Zimmerpreis. Deshalb gehört er zu den wichtigsten Kennzahlen im Revenue Management. Er zeigt, wie erfolgreich verfügbare Zimmer tatsächlich vermarktet werden.
Direktbuchungsanteil
Wie viele Gäste buchen direkt über die Hotelwebsite oder andere eigene Kanäle?
Ein hoher Direktbuchungsanteil reduziert häufig Provisionskosten und stärkt die Unabhängigkeit von OTAs.
Stornierungsquote
Nicht jede Buchung wird auch zum Aufenthalt.
Die Stornierungsquote hilft dabei, Nachfrage realistischer einzuschätzen und Forecasts zu verbessern.
Kennzahlen entfalten ihren Wert erst im Zusammenhang.
Ein sinkender ADR muss nicht automatisch schlecht sein. Vielleicht steigt gleichzeitig der RevPAR. Oder die Auslastung verbessert sich deutlich.
Ebenso ist eine hohe Auslastung nicht automatisch ein Erfolg. Wenn Zimmer dauerhaft zu günstig verkauft werden, bleibt wirtschaftliches Potenzial ungenutzt.
Deshalb gilt: Nicht einzelne Zahlen bewerten. Sondern Entwicklungen. Und Zusammenhänge.
Nur eine Kennzahl betrachten
Wer ausschließlich auf die Auslastung schaut, übersieht möglicherweise sinkende Durchschnittspreise. Wer nur den ADR beobachtet, ignoriert vielleicht leere Zimmer.
KPIs gehören immer zusammen.
Zahlen ohne Vergleich bewerten
Eine Kennzahl allein sagt wenig aus. Erst der Vergleich mit
macht Entwicklungen sichtbar.
Zu viele KPIs gleichzeitig beobachten
Mehr Zahlen bedeuten nicht automatisch bessere Entscheidungen. Im Gegenteil. Wer zwanzig Kennzahlen gleichzeitig verfolgt, verliert leicht den Überblick.
Die wichtigsten KPIs reichen meistens aus.
Maßnahmen nicht überprüfen
KPIs dienen nicht nur der Analyse. Sie zeigen auch, ob Entscheidungen erfolgreich waren. Wer Ergebnisse anschließend nicht kontrolliert, verschenkt einen großen Teil ihres Nutzens.
Hotel-KPIs schaffen Orientierung. Sie helfen dabei, Entwicklungen zu verstehen, Entscheidungen fundierter zu treffen und Erfolge messbar zu machen.
Dabei kommt es weniger auf die Anzahl der Kennzahlen an. Entscheidend ist, die richtigen KPIs regelmäßig zu beobachten und im Zusammenhang zu interpretieren. Denn Zahlen allein treffen keine Entscheidungen. Sie helfen nur dabei, bessere zu treffen.