RevPAR zeigt, wie viel Umsatz ein Hotel pro verfügbarem Zimmer erzielt – einfach erklärt.
Revenue Management · Glossar · 5 min Lesezeit Die Auslastung ist hoch. Das klingt erstmal gut. Auch der durchschnittliche Zimmerpreis sieht ordentlich aus. Noch besser. Trotzdem bleibt am Monatsende oft die Frage: Warum fühlt sich das Ergebnis nicht so gut an, wie die Zahlen vermuten lassen? Der Grund liegt häufig darin, dass einzelne Kennzahlen isoliert betrachtet werden. 80 % Auslastung können hervorragend sein. Oder schlecht. 150 € Durchschnittsrate können stark sein. Oder enttäuschend. Beides hängt davon ab, wie Preis und Auslastung zusammenwirken. Genau dafür gibt es den RevPAR.
Die Kennzahl beantwortet eine einfache Frage: Wie viel Umsatz erzielt mein Hotel mit jedem verfügbaren Zimmer?Dabei zählen nicht nur die verkauften Zimmer, sondern auch die leeren. Das macht den RevPAR zu einer der wichtigsten Kennzahlen im Revenue Management. Denn ein leeres Zimmer kostet zwar keinen Frühstückssaft und keine Bettwäsche. Umsatz bringt es aber auch keinen. Wer verstehen möchte, ob Preisstrategie und Nachfrage tatsächlich zusammenpassen, landet früher oder später beim RevPAR. Keine Sorge: Die Berechnung ist deutlich einfacher als der Name vermuten lässt.
RevPAR steht für:
Revenue per Available Room
Auf Deutsch:
Umsatz pro verfügbarem Zimmer.
Die Kennzahl zeigt, wie erfolgreich ein Hotel seine verfügbaren Zimmer vermarktet. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Zimmer verkauft wurde oder leer geblieben ist. Genau deshalb ist der RevPAR oft aussagekräftiger als die reine Auslastung oder die durchschnittliche Rate allein.
Es gibt zwei Wege, den RevPAR zu berechnen.
RevPAR-Formel 1
Zimmerumsatz ÷ verfügbare Zimmer
Beispiel:
Zimmerumsatz: 12.000 €
Verfügbare Zimmer: 100
RevPAR = 120 €
RevPAR-Formel 2
ADR × Auslastung
Beispiel:
ADR: 150 €
Auslastung: 80 %
RevPAR = 150 € × 0,80 = 120 €
Beide Wege führen zum gleichen Ergebnis.
Zwei Hotels haben jeweils 100 Zimmer.
Hotel A
Auslastung: 90 %
ADR: 100 €
RevPAR: 90 €
Hotel B
Auslastung: 75 %
ADR: 130 €
RevPAR: 97,50 €
Auf den ersten Blick wirkt Hotel A erfolgreicher. Schließlich verkauft es mehr Zimmer. Der RevPAR zeigt jedoch etwas anderes: Hotel B erzielt trotz geringerer Auslastung mehr Umsatz pro verfügbarem Zimmer. Und genau deshalb nutzen Revenue Manager den RevPAR so häufig. Er betrachtet Preis und Auslastung gemeinsam.
Weil Auslastung allein wenig aussagt
Ein Hotel kann 100 % belegt sein. Wenn die Zimmer zu günstig verkauft wurden, wurde trotzdem Potenzial verschenkt. Der RevPAR macht solche Effekte sichtbar.
Weil Durchschnittsraten täuschen können
Auch hohe Preise sind nicht automatisch gut. Wer die Rate immer weiter erhöht, riskiert Nachfrageverluste. Irgendwann sinkt die Auslastung stärker als die Rate steigt. Der RevPAR hilft dabei, das Gleichgewicht zu finden.
Weil Hotels vergleichbar werden
Viele Hotels nutzen den RevPAR für:
Deshalb taucht die Kennzahl in nahezu jedem Revenue-Report auf.
So hilfreich der RevPAR ist: Er erzählt nicht die ganze Geschichte. Die Kennzahl betrachtet ausschließlich den Zimmerumsatz. Folgende Faktoren bleiben außen vor:
Ein Hotel mit höherem RevPAR ist deshalb nicht automatisch profitabler. Man könnte sagen: Der RevPAR zeigt, wie gut Zimmer verkauft werden. Nicht, wie viel Geld am Ende übrig bleibt.
Manche Hotels behandeln den RevPAR wie einen Pokal. Hauptsache höher als im Vorjahr. Das Problem: Ein Kompass zeigt die Richtung. Er ersetzt aber keine Landkarte. Der RevPAR hilft bei Entscheidungen. Er sollte sie nicht alleine treffen.
RevPAR verbindet Preis und Auslastung. Der RevPAR gehört zu den wichtigsten Kennzahlen im Revenue Management. Er zeigt, wie viel Zimmerumsatz ein Hotel pro verfügbarem Zimmer erzielt und verbindet dabei Auslastung und Durchschnittsrate in einer einzigen Zahl. Genau deshalb eignet er sich hervorragend, um die eigene Performance zu bewerten und Entwicklungen sichtbar zu machen.
Wer Hotelzahlen verstehen möchte, sollte mit ADR, Occupancy und RevPAR beginnen. Diese drei Kennzahlen bilden das kleine Einmaleins des Revenue Managements.