Occupancy zeigt, wie hoch die Auslastung eines Hotels ist. Einfach erklärt mit Formel, Beispiel und Einordnung.
Revenue Management · Glossar · 5 min Lesezeit Das Hotel ist nahezu ausgebucht. Die Rezeption hat alle Hände voll zu tun. Die Housekeeping-Liste wird länger und länger. Und irgendwo fällt der Satz: „Wir waren dieses Wochenende fast voll.“ Klingt gut. Ist es meistens auch. Aber eben nicht immer. Denn eine hohe Auslastung allein sagt erstaunlich wenig über den wirtschaftlichen Erfolg eines Hotels aus. Vielleicht wurden die Zimmer zu günstig verkauft. Vielleicht wurde die Nachfrage unterschätzt. Oder die letzten verfügbaren Zimmer gingen deutlich unter ihrem eigentlichen Marktwert weg.
Man kennt das aus dem Alltag. Ein Restaurant kann jeden Tisch besetzen und trotzdem weniger verdienen als das Lokal nebenan. Nicht weil dort mehr Gäste sitzen. Sondern weil jeder Gast im Durchschnitt mehr Umsatz bringt. Im Hotel ist das ähnlich. Deshalb betrachten Revenue Manager die Auslastung niemals isoliert. Trotzdem gehört sie zu den wichtigsten Kennzahlen überhaupt. Denn bevor über Preise gesprochen wird, muss zunächst verstanden werden, wie stark die Nachfrage tatsächlich ist.
Genau hier kommt die Occupancy ins Spiel. Die Kennzahl beantwortet eine einfache Frage: Wie viele der verfügbaren Zimmer wurden verkauft? Klingt simpel. Ist es auch. Und genau deshalb gehört Occupancy zu den Grundlagen des Revenue Managements.
Occupancy ist die englische Bezeichnung für die Auslastung eines Hotels. Die Kennzahl zeigt, welcher Anteil der verfügbaren Zimmer tatsächlich verkauft wurde. In den meisten Reports wird Occupancy als Prozentwert dargestellt.
Eine Occupancy von 80 % bedeutet: Von 100 verfügbaren Zimmern wurden 80 verkauft. 20 Zimmer blieben leer.
Die Kennzahl beantwortet eine einzige Frage:
Wie voll war das Hotel?
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Gerade deshalb eignet sie sich hervorragend, um Nachfrageentwicklungen sichtbar zu machen.
Die Formel ist einfach:
Occupancy-Formel
Verkaufte Zimmer ÷ verfügbare Zimmer × 100
Beispiel:
Verkaufte Zimmer: 80
Verfügbare Zimmer: 100
Occupancy = 80 %
Das Hotel war zu 80 Prozent ausgelastet.
Zwei Hotels verfügen jeweils über 100 Zimmer.
Hotel A
Verkaufte Zimmer: 90
Occupancy: 90 %
Hotel B
Verkaufte Zimmer: 70
Occupancy: 70 %
Auf den ersten Blick scheint Hotel A erfolgreicher. Schließlich verkauft es deutlich mehr Zimmer. Aber wie immer im Revenue Management fehlt ein Teil der Geschichte. Vielleicht lag die ADR von Hotel B deutlich höher. Vielleicht erzielt Hotel B sogar den besseren RevPAR. Deshalb ist Occupancy wichtig. Aber eben nicht die einzige Kennzahl.
Weil Nachfrage sichtbar wird
Die Occupancy zeigt unmittelbar, wie stark ein Hotel nachgefragt wird. Steigt die Auslastung kontinuierlich, spricht vieles für eine gesunde Nachfrageentwicklung. Sinkt sie dauerhaft, lohnt sich eine genauere Analyse. Um zukünftige Nachfrageentwicklungen besser einschätzen zu können, arbeiten viele Hotels mit einem systematischen Forecasting.
Weil Preisentscheidungen beeinflusst werden
Ein Hotel mit 95 % Auslastung kann häufig höhere Preise durchsetzen. Ein Hotel mit 40 % Auslastung hat meist andere Herausforderungen. Die Occupancy hilft dabei, Preisentscheidungen besser einzuordnen.
Weil Kapazitäten begrenzt sind
Ein Hotel kann nicht beliebig viele Zimmer verkaufen. Sind alle Zimmer belegt, ist Schluss. Revenue Management beschäftigt sich deshalb häufig mit der Frage: Wie lassen sich die verfügbaren Zimmer möglichst profitabel verkaufen? Die Occupancy liefert dafür eine wichtige Grundlage.
Eine hohe Auslastung klingt immer gut. Sie ist aber kein Selbstzweck. Ein Hotel kann 100 % Occupancy erreichen und trotzdem Umsatzpotenzial verschenken. Zum Beispiel dann, wenn die Zimmer deutlich zu günstig verkauft wurden. Andersherum kann ein Hotel mit geringerer Auslastung wirtschaftlich erfolgreicher sein, wenn die erzielten Raten höher sind. Man könnte sagen:
Occupancy zeigt, wie viele Zimmer verkauft wurden. Nicht, wie gut sie verkauft wurden.
Wer nur auf die Auslastung schaut, sieht nur einen Teil der Realität. Deshalb werden im Revenue Management fast immer drei Kennzahlen gemeinsam betrachtet:
Erst ihr Zusammenspiel zeigt, ob Nachfrage, Preis und Umsatz wirklich zueinander passen. Oder anders gesagt: Volle Zimmer sind gut. Volle Zimmer zum richtigen Preis sind besser.
Occupancy zeigt die Auslastung eines Hotels. Die Occupancy gehört zu den wichtigsten Kennzahlen im Hotel Revenue Management. Sie zeigt, wie viele der verfügbaren Zimmer tatsächlich verkauft wurden und macht Nachfrageentwicklungen sichtbar. Allein betrachtet liefert sie jedoch kein vollständiges Bild.
Erst zusammen mit ADR und RevPAR lässt sich beurteilen, wie erfolgreich ein Hotel seine Zimmer verkauft und seinen Umsatz steuert.